Wie soll die ideale Bewerbungsmappe aussehen?
von Sabine Skibowski 07. Jul, 2010
Die Wirtschaftskrise hat ihre Opfer gefordert. Mit dem Einbruch der Märkte sind zahleiche Menschen arbeitslos geworden. Nun liegt es an Ihnen, sich einen neuen Job zu suchen. Doch die Zahl der Mitbewerber ist hoch. Mit der idealen Bewerbungsmappe sticht der Bewerber allerdings aus der Masse heraus.
Die Bewerbung ist das Aushängeschild eines Bewerbers. Der Garant dafür, den begehrten Job zu ergattern, ist die ideale Bewerbungsmappe. Nur wenn die Bewerbungsmappe einwandfrei ist, beginnt die zweite Runde im Rennen um den begehrten Job. Natürlich muss der Bewerber auch fachlich punkten. Doch damit der zukünftige Arbeitgeber auf den Bewerber aufmerksam wird, muss die Bewerbungsmappe akkurat sein. Diese darf in erster Linie keine Rechtschreibfehler enthalten – weder im Anschreiben noch im Lebenslauf. Wenn doch, sind Rechtschreibfehler das erste K.o.-Kriterium für die Bewerbungsunterlagen.
In eine Bewerbungsmappe gehört zunächst das Anschreiben. Darin erläutert der Bewerber, warum er sich auf die Stelle bewirbt und warum er für diese Stelle am besten geeignet ist. Dieses Anschreiben muss unterschrieben werden. Hinzu kommt der Lebenslauf, in dem der Bewerber seine beruflichen Stationen – angefangen bei der Schulbildung bis hin zu Praktika oder Weiterbildungen – erläutert. Auch besondere Fähigkeiten wie der Umgang mit dem Computer oder Sprachkenntnisse gehören in den Lebenslauf. Auch der Lebenslauf muss unterschrieben werden!
Weiterhin kommen gut lesbare Kopien der Zeugnisse, Bescheinigungen und Zertifikate in die Bewerbungsmappe. Das sind zum einen Abschlusszeugnisse von Schule, Ausbildung oder Studium. Zum anderen sind das auch Arbeitszeugnisse, die von früheren Arbeitsgebern ausgestellt sind. Solche Arbeitszeugnisse sind wichtig. Sie sind Referenzen, an die sich der potenzielle Arbeitgeber wenden kann. Beispielsweise, um die Eignung eines Bewerbers zu erfragen. Wer sich auf Medien- oder Kunstberufe bewirbt, schickt auch Arbeitsproben in der Bewerbungsmappe mit – es sei denn, in der Stellenausschreibung wird davon abgeraten.
Die zusätzliche 3. Seite eignet sich nicht für alle Berufsgruppen
In den 90er Jahren war es beliebt, den Bewerbungsunterlagen eine so genannte 3. Seite beizulegen. Überschrieben war sie auch mit “Was Sie über mich wissen sollten”. Auf dieser Seite können Bewerber ihre Motivation oder das berufliche Können ausführlicher beschreiben. Doch diese Seite ist nicht für alle Berufsgruppen geeignet. Sinn macht sie beispielsweise für Auszubildende, die ihrem zukünftigen Arbeitgeber erläutern wollen, welche Erfahrungen sie in diesem Ausbildungsberuf schon durch Praktika gesammelt haben. Auch Führungskräfte können die 3. Seite nutzen, um näher auf ihre Tätigkeiten einzugehen. Im Lebenslauf ist zu wenig Platz, um Verantwortungsbereiche, Kernaufgaben und Projekte unterzubringen. Diese zusätzliche Seite eignet sich auch für Bewerber, die in ihrer Karriere zahlreiche Stellen durchlaufen haben. Die Gemeinsamkeiten dieser Tätigkeiten sind die Qualifikationen für die neue Stelle. Auf der 3. Seite sollte der Text maximal 15 Zeilen lang sein. Ganz wichtig hier: Die Unterschrift des Bewerbers.
Eine Bewerbungsmappe ist im Format A4
Bei allen Bewerbungsunterlagen in der Bewerbungsmappe gilt: Das Format ist A4. Die Schrift sollte für Lebenslauf und Anschreiben nicht zu klein sein. Schriftgröße zwölf und die Standardschrift sind im Textverarbeitungsprogramm voreingestellt und werden empfohlen.
Wichtig für einen Personalentscheider ist das Bewerbungsfoto in der Bewerbungsmappe, obwohl Personalabteilungen seit 2006 bei Bewerbungen keine Bewerbungsfotos mehr verlangen dürfen. Trotzdem: In Sachen “Erster Eindruck” muss das Bild und damit auch die Bewerbung punkten. Das ist der Grund, warum zahlreiche Bewerber ihre Bewerbung noch immer mit dem Bild ausstatten. Für das Bewerbungsfoto sollten Arbeitsuchende tiefer in die Tasche greifen. Nur ein ausgebildeter Fotograf weiß, wie ein Bewerbungsfoto aussehen muss. Also: Niemals die Passbilder aus dem Automaten oder die Urlaubsfotos aus dem letzten Sommer verwenden. Heutzutage klebt kaum noch jemand sein Bild auf das Papier, es ist bereits im Dokument verankert. Verboten ist es allerdings nicht, das Bild weiterhin aufzukleben. Seinen Platz findet das Bewerbungsfoto für gewöhnlich rechts oben im Lebenslauf, direkt neben den persönlichen Daten. Bei Bewerbungsmappen mit einem Deckblatt gehört das Bewerbungsbild zusammen mit den Kontaktdaten darauf. Alle Dokumente kommen in eine Mappe mit Klemmbügel. Klarsichthüllen sind dagegen tabu. Das mögen Personaler überhaupt nicht. In manchen Stellenausschreibungen weisen die Unternehmen darauf hin, keine aufwändigen Bewerbungsmappen einzureichen. Das ist dann der Fall, wenn das Unternehmen die Mappen nach einer Absage nicht wieder zurückschickt. Das ist bei einer Bewerbung im öffentlichen Dienst möglich.
Keine Widersprüche im Lebenslauf
Der Lebenslauf muss aussagekräftig sein. Lücken im Lebenslauf sind ein Ausschlusskriterium. Wer also Auszeiten wegen Elternzeit oder Arbeitslosigkeit im Lebenslauf hat, sollte diese unbedingt auflisten. Von Begriffen wie Arbeitslos wird abgeraten. Besser sind “Orientierungsphase” oder “Freiberufliche Tätigkeiten”. Über die Länge eines Lebenslaufs gibt es widersprüchliche Meinungen. Die einen sagen, es muss alles auf eine Seite, damit der Personaler schnell das Wichtigste erfassen kann. Das geht aber häufig zulasten der Lesbarkeit. Denn wer viel gemacht hat, muss viel unterbringen. Darum sind drei Seiten, maximal vier, völlig in Ordnung.
In Lebenslauf, Anschreiben und Arbeitszeugnis darf es keine Widersprüchlichkeiten geben. Häufig vergleichen Personaler nämlich die Dokumente in der Bewerbungsmappe miteinander. Beispielsweise geht aus einem Arbeitszeugnis in den meisten Fällen Anfangs- und Enddatum der Beschäftigung hervor. Dieses muss sich mit den Angaben im Lebenslauf decken. Sonst läuft der Bewerber Gefahr aus dem Stapel aussortiert zu werden.
Wer Hilfe bei der Erstellung der idealen Bewerbungsmappe benötigt, findet im Internet zahlreiche gute Tipps. Die Bundesagentur für Arbeit gibt wertvolle Tipps für eine ideale Bewerbungsmappe.
Bild: © PantherMedia/Erwin Wodicka

