Fruchtbare Tage berechnen: Wie geht das?
von Sabine Skibowski 02. Jul, 2010
Fruchtbarkeitsrechner und Eisprungkalender errechnen die fruchtbaren Tage einer Frau. Diese fruchtbaren Tage in der Mitte eines Zyklus sind dann entscheidend, wenn ein Kinderwunsch besteht. Methoden, um die fruchtbaren Tage zu berechnen, gibt es viele. Doch zur Verhütung dient sie allerdings nicht.
Wenn bei Paaren der Wunsch nach einem Kind reift, ist vor allem der Zeitpunkt der Zeugung entscheidend. Nur an den Tagen um den Eisprung herum ist der Körper der Frau empfängnisbereit. Diese fruchtbaren Tage lassen sich errechnen – mit einem Fruchtbarkeitsrechner oder einem Eisprungkalender.
Kinderwunsch: Die fruchtbaren Tage sind entscheidend
Jeden Monat verändert sich der weibliche Körper. Diese Veränderung folgt einem Zyklus von 26 bis 32 Tagen. Der Zyklus beginnt mit der Monatsblutung. Am 14. Zyklustag etwa kommt es zum Eisprung – der Körper setzt reife, empfängnisbereite Eizellen frei. Frauen, die schwanger werden wollen, sollten also genau wissen, wann die fruchtbaren Tage rund um den Eisprung sind.
Wer die fruchtbaren Tage nicht ausrechnen möchte, findet im Internet zahlreiche Fruchtbarkeitsrechner und Eisprungkalender. Diese ermitteln die fruchtbaren Tage und den möglichen Eisprung. Das funktioniert so: Frauen sollten zunächst die Länge ihres Zyklus kennen. Dazu zählen sie vom ersten Tag ihrer letzten Menstruation bis einschließlich dem letzten Tag vor der nächsten. Dieser Zyklus schwankt von Frau zu Frau. Etwa auf der Hälfte des Zyklus kommt es zum Eisprung. Die Tage um dieses Datum sind gerade für den Kinderwunsch wichtig, sie erhöhen die Fruchtbarkeit. Bei Frauen, die nach jahrelanger Einnahme der Anti-Baby-Pille diese absetzen, muss sich der Zyklus wieder einpendeln. Während der Einnahme war der Zyklus durch die Verhütungspille reguliert.
Nach dem Eisprung verbleibt die Eizelle nur zwölf bis 18 Stunden befruchtungsfähig. Aus dem Grund raten Experten, bereits an den fruchtbaren Tagen vor dem Eisprung am Kinderwunsch zu arbeiten. Denn die Samenzellen überleben noch einige Tage im weiblichen Körper – so ist die Chance einer Befruchtung größer.
Mit der Temperaturmethode die fruchtbaren Tage ermitteln
Viele Frauen bestimmen ihren Eisprung mit der so genannten Temperaturmethode. Denn an den fruchtbaren Tagen steigt die Körpertemperatur bei Frauen einen bis zwei Tage nach dem Eisprung um 0,2 bis 0,6 Grad Celsius an. Sinnvoll ist diese Methode bei einem Kinderwunsch nach Meinung von Experten dann, wenn sie über mehrere Monate angewendet wird und die Ergebnisse dokumentiert werden. Zur Berechnung der fruchtbaren Tage gibt es so genannte Zyklencomputer, die wie Fieberthermometer aussehen. Sie messen beispielsweise die Temperatur nach dem Aufwachen oder die Hormone Östrogen und LH (Luteinisierendes Hormon). Eine weitere Möglichkeit, die fruchtbaren Tage zu berechnen, basiert auf dem kürzesten und dem längsten Zyklus in einem Zeitraum von sechs Zyklen. Der erste fruchtbare Tag ermittelt sich aus dem kürzesten Zyklus minus 18 Tage. Für die Ermittlung es letzten fruchtbaren Tages werden vom kürzesten Zyklus elf Tage abgezogen.
So ergibt sich folgende Beispielrechung:
Kürzester Zyklus beträgt 28 Tage: 28 minus 18 = 10
Längster Zyklus beträgt 31 Tage: 31 minus 11= 20
Somit ist der frühste fruchtbare Tag der 10., der spätestes fruchtbare Tag der 20. Zyklustag. Das ist reine Mathematik und hat mit den Signalen des weiblichen Körpers um den Eisprung wenig gemein.
Methoden zur Berechnung der fruchtbaren Tage ersetzen Verhütung nicht
Eine Verhütungsmethode ist die Berechnung der fruchtbaren Tage nicht. Samenzellen können bis zu vier Tage lang eine Eizelle befruchten. Das bedeutet, dass Frauen auch schwanger werden können, wenn sie am Tag des Eisprungs keinen Geschlechtsverkehr hatten. Wer nicht schwanger werden möchte, sollte sich also nicht auf die Methoden zur Berechnung der fruchtbaren Tage vertrauen.
Bild: © PantherMedia/Brigitte Meckle

